FAQ Blockflöte

Wie sollen im Ensemblespiel die Instrumente aufeinander abgestimmt werden?

Die Ausrichtung sollte nach dem tiefsten Instrument stattfinden. Die Korrektur der höheren Instrumente erfolgt durch leichtes Ausziehen des Griffteils (bei Sopran bis ca. 1 Millimeter / Alt bis ca. 2 Millimeter / Tenor bis ca. 3 Millimeter...). In diesem Bereich verändert sich die Intonation in vertretbarem Rahmen. Größere Abstände führen dazu, dass die Oktaven in sich unrein werden und ein sauberes Spiel nicht mehr gewährleistet ist.


Kann ein älteres Modell (oder eine generell tiefere Blockflöte, mit dem Grundton 440 Hz und tiefer) im Nachhinein höher gestimmt werden?

Der Stimmton der Blockflöte kann durch kräftigeres Anblasen und durch gutes Anwärmen etwas angehoben werden. Sollte dies nicht ausreichen, lässt sich das Instrument in den meisten Fällen durch eine entsprechende Nachbearbeitung um 2 bis 3 Hertz höher stimmen. Weil dieser Eingriff gewöhnlich die Grundkonstruktion verändert, müssen allenfalls kleinere Stimmungsmängel in Kauf genommen werden. Mehr Informationen über Reparaturen erhalten Sie unter der Rubrik Service & Reparaturen.


Was beeinflusst beim Spielen den Ton?

Den Ton beeinflussen vor allem drei Faktoren: Die Spielfähigkeiten der Spielerin / des Spielers, die Art und Güte des Instrumentes sowie dessen Zustand. Weitere Informationen finden Sie unter Blockflöten Wissen.


Wie wichtig ist die Atemtechnik?

Die Art und Weise, wie der Luftstrom ins Instrument gelangt, beeinflusst den Ton maßgeblich. Entscheidend ist, wie das Mundstück auf den Lippen gehalten wird und was im Mund stattfindet. Veränderungen der Form des Mundinnenraumes und der Position der Zunge gestalten den Luftstrom unterschiedlich. Dies kann den Ton positiv oder negativ beeinflussen. Das nützen versierte SpielerInnen tongestalterisch aus. Auch Rauschanteil oder Klarheit des Blockflötentons lassen sich entscheidend mitsteuern und musikalisch einsetzen. Weiter ist für klangvolles Spiel eine stabilisierte Atemführung durch die Bauchmuskulatur Voraussetzung. 



Warum klingen Flöten aus europäischem Buchsbaum besonders schön?

Schwere, dichte Holzarten wie der europäische Buchsbaum reflektieren den Klang anders als leichte und weichere. Außerdem beeinflusst ihre glattere Oberfläche den Luftstrom im Instrument weniger. Dadurch klingen sie obertonreicher und brillanter – im Gegensatz zum weichen »Ersatz-Buchsbaum«.

Castelo, Zapatero, Marakaibo- oder indischer, wie auch südamerikanischer »Buchsbaum« werden oft als Alternative angeboten. Tatsächlich sehen sie dem europäischen Buchsbaum in ihrer feinen und gleichmäßigen Struktur ähnlich. Ihr Holz ist günstig in größeren Dimensionen erhältlich, deutlich einfacher zu verarbeiten, und muss nie so lange gelagert und getrocknet werden wie der echte europäische Buchsbaum. Aber: Ihr Klang lässt sich leider in keiner Weise mit dem Original vergleichen!

Mehr Informationen über den europäischen Buchsbaum finden Sie unter Holz & Klang.

Stimmt es, dass der Kauf von Instrumenten aus tropischen Hölzern die Abholzung der Regenwälder fördert?

Grundsätzlich ja. Allerdings sollte die Frage des Maßes mit beachtet werden. Im Vergleich zur Verwendung tropischer Hölzer zum Bau von Gebäuden, Möbeln, Gartenbänken, usw., ist der Anteil im Musikinstrumentenbau bescheiden (von den großflächigen Brandrodungen zum Anbau von Monokulturen gar nicht zu sprechen). 


Wie vermeide ich Rückstände im Windkanal?

Spielen Sie nie sofort nach Mahlzeiten; manchmal werden dabei kleine Nahrungspartikel in den Windkanal geblasen, die dort Schimmelherde bilden können (Fachleute raten, vor dem Spiel die Zähne zu putzen.) Blasen Sie den Windkanal nach jeder Benützung des Instrumentes durch und lassen es zerlegt gründlich an der Luft trocknen. Lagern Sie die Blockflöte auch nie an sehr feuchten Orten.


Wie wird das Holz behandelt? Kommen Chemikalien zur Anwendung?

Unsere Blockflöten werden, außer mit Paraffin (Kerzenwachs), nicht chemisch behandelt. (Informationen über Paraffin finden Sie unter der Rubrik Handwerk.) Seit 1989 verzichten wir aus Umweltschutzgründen auch ganz auf das Lackieren unser Musikinstrumente. Außen- und Innenflächen werden nur mit Naturölen behandelt.


Frage einer Blockflöten-Lehrerin:

Eine ca. 4 Jahre alte Huber-Altblockflöte aus Birnbaumholz meines Schülers müsste meiner Meinung nach dringend geölt werden. Das Holz sieht ziemlich „ausgelaugt“ aus. Die Eltern des Schülers haben jedoch gelesen, dass Flöten aus diesem Holz nicht geölt werden sollen. Das kann ich kaum glauben. Bezieht sich das vielleicht auf die ersten Monate, wenn die Flöte noch ganz neu ist? Gibt es überhaupt Holzarten, die nicht geölt werden müssen? 


Antwort: Wir pflichten Ihrer Meinung bei. Zwar gibt es Blockflöten, die nicht zwingend geölt werden müssen; zum Beispiel Grenadill, da dieses Holz äußerst dicht ist und kaum Öl aufnimmt. Aber schaden tut es auch diesen Instrumenten nicht. Alle anderen Hölzer sollten definitiv regelmäßig geölt werden (siehe Rubrik »Pflege«), da dies vor dem Austrocknen und »Auswaschen« durch Feuchtigkeit und Speichel schützt.


Warum muss ich meine Blockflöte regelmäßig ölen?

Die Atemfeuchtigkeit »wäscht« mit der Zeit gewisse Substanzen aus dem Holz; es entstehen Holzporen, die die Schallreflexion im Instrument beeinträchtigen können. Das Ölen füllt diese Poren wieder aus und schützt gleichzeitig vor weiterer »Auswaschung«. Mehr über das Ölen von Blockflöten finden Sie unter der Rubrik Pflege.


Wäre es möglich, eine Art Ring zu machen, den man zwischen Kopf und Mittelteil setzt, um damit die Flöte rasch von 442Hz auf 440Hz zu stimmen? Damit würde das Herausziehen und mühsame Justieren entfallen.

Eine gute Idee! Zwar wird das nur selten verlangt und wir haben solche Ringe in der Vergangenheit angefertigt. Bitten kontaktieren Sie uns, damit wir Ihnen einen Kostenvoranschlag unterbreiten können. Bis dahin müssten Sie sich weiter mit dem Herausziehen behelfen. 


Meine Blockflöte hat bei der Verbindungsstelle am Kopfstück einen Riss bekommen? Warum?

Kopf- und Mittelteil sollten immer behutsam und mit einer Drehbewegung zusammengefügt werden. Bei unsorgfältigem Zusammenstecken oder Auseinanderziehen kann es zu Rissbildungen kommen. Neben der Möglichkeit äußerer Gewalt gibt es weitere Gründe: Haben Sie das Instrument vielleicht einige Zeit nicht mehr benützt und plötzlich länger gespielt (Austrocknung und danach zu rasches Quellen)? Wurde die Korkverbindung nicht regelmäßig gefettet (Festsitzen des Griffstückes bei klemmendem Kork)? Erlitt das Instrument einen raschen Temperaturwechsel (Lagerung in einem heißen Fahrzeug, Nähe eines Heizkörpers, etc.)? Zur genaueren Prüfung müssten Sie uns das defekte Instrument zustellen.


Ich spiele auf einer Sopran-Blockflöte Volkslieder. Da wir in einem Mehrfamilienhaus wohnen und ein Nachbar sich an der Lautstärke der Musik stört: Gibt es Schalldämpfer für Blockflöten?

Leider gibt es für Blockflöten keine Schalldämpfung wie z.B. für Trompeten oder Posaunen! Manche helfen sich damit, indem sie im Freien (zum Beispiel im Wald) üben. Andere isolieren mit speziellen Schallschutzmatten die Wände im Zimmer oder Keller, in dem sie üben. (Fachleute, so genannte „Raumakustiker“ können Sie darüber beraten.) Das ist recht effizient, aber natürlich optisch keine schöne Lösung... Etwas anderes, das manchmal hilft: Man übt die Lieder auf einer Tenorblockflöte. Sie klingt tiefer und weniger schrill als das Sopraninstrument und wird deshalb als weniger störend empfunden.


Ich habe Probleme mit den Händen / Gelenken...

Wenn das Gewicht eines Instrumentes Beschwerden bereitet oder verstärkt, kann ein leichteres manchmal Abhilfe schaffen. Da sind Blockflöten besonders zu empfehlen, die aus Nuss-, Kirsch- oder Olivenholz hergestellt werden. Klappen können dienlich sein, erhöhen aber das Gewicht eines Instrumentes. Unsere Alt- und Tenorblockflöten sind besonders griffgünstig und auch ohne Klappen komfortabel zu Greifen. Mehr Informationen über diese sehr griffgünstigen und leichten Modelle: Altblockflöte / Tenorblockflöte.


Nach längerer Pause spiele ich meine Sopranflöte wieder. Warum klingt sie nun heiser?

Es scheint, dass der Block Ihres Instrumentes während der Spielpause geschwunden ist und nun durch die feuchte Atemluft zu stark oder unregelmäßig aufquillt. Ein länger nicht gebrauchtes Instrument sollte wieder eingespielt werden. Versuchen Sie es damit oder verwenden Sie Antkondens. (Mehr über »Antikondens« und »Heiserkeit« finden Sie unter der Rubrik Pflege Blockflöte). Bringt das nichts, müssen Sie es einsenden, damit wir den Block korrigieren oder ersetzen können.


Warum empfiehlt unsere Blockflötenlehrerin für meine Kinder Holz- statt Plastikinstrumente? Letztere sind doch praktischer; sie zerbrechen auch nicht so leicht.

Blockflöten aus Kunststoff bieten sicherlich einige Vorteile. Sie sind besonders günstig, pflegeleichter und können durch die Atemfeuchtigkeit weder reißen noch sich verstimmen.

Trotzdem produzieren wir keine Kunststoff-Instrumente. Holz ist, im Gegensatz zum umweltfraglichen Plastik, ein natürliches und nachwachsendes Material, das bei der Entsorgung wenig Schadstoffe abgibt. Holz ist ein Stück Leben und wir denken, dass sich etwas von diesem Leben auch auf den Spieler überträgt und in seiner Musik mitschwingt. Professionelle Blockflötisten lehnen den Gedanken ab, ihre Stücke auf Kunststoff-Instrumenten zu spielen – warum sollen nicht auch schon Kinder auf hochwertigen Blockflöten üben dürfen? Gerade der sorgfältigere Umgang, den Holzinstrumente erfordern, ist auch ein wertvolles pädagogisches Mittel, sie auf die teureren Blockflöten vorzubereiten.

 

 

Stimmt es, dass der Kauf von Instrumenten aus tropischen Hölzern die Abholzung der Regenwälder fördert?

Grundsätzlich ja. Allerdings sollte die Frage des Maßes mit beachtet werden. Im Vergleich zur Verwendung tropischer Hölzer zum Bau von Gebäuden, Möbeln, Gartenbänken, usw., ist der Anteil im Musikinstrumentenbau bescheiden (von den großflächigen Brandrodungen zum Anbau von Monokulturen gar nicht zu sprechen). Unter den heutigen Umständen dürfte es aber sinnvoll sein, auch im Blockflötenbau so wenig Tropenholz wie möglich zu verwenden.

 

 

Wie stehen wir als Hersteller zu Tropenhölzer?

Unsere verwendeten Tropenhölzer wurden über Jahrzehnte gelagert und stammen mehrheitlich aus alten Beständen. Die allermeisten Hölzer kauften wir in den siebziger und achtziger Jahren zu seriösen Bedingungen ein. Die damalige Holzfirma, von der wir die Kanteln bezogen, engagierte sich vorbildlich in Afrika und Südamerika um Aufforstungsbemühungen – zusammen mit europäischen Förstern direkt vor Ort. Deshalb können wir vollumfänglich hinter unseren Produkten stehen. 

Dass die allermeisten BesitzerInnen einer Tropenholz-Blockflöte ihr Instrument über Jahrzehnte hinweg schätzen, hilft uns, die Sache etwas entspannter zu betrachten. Ebenso, dass der Verbrauch an Tropenhölzern für Musikinstrumente weniger als 1% des gesamten Weltverbrauchs ausmacht.

 

 

Bieten gebeizte Blockflöten Vorteile?

Keine – außer einer gleichmäßigen Optik. Aber sie haben Nachteile. Bereits leichte Kratzer treten bei dunkel gefärbten Oberflächen als helle Spuren in Erscheinung. Nicht selten blättert mit der Zeit auch der Lack ab oder wird spröde. Mehr Infos zum Beizen und Lackieren >

 

 

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