Holz & Klang

Lebende Bäume »arbeiten« – sie verwandeln Kohlendioxyd in Biomasse und versorgen uns gleichzeitig mit Sauerstoff. Und auch der Werkstoff Holz »arbeitet« weiter; schenkt uns eine Vielzahl von Dingen – nicht zuletzt Musikinstrumente. Was wäre die Welt ohne Violinen, Gitarren und Flöten? Nach Jahrhunderten des Raubbaus erkennen glücklicherweise immer mehr Menschen den Wert der Wälder. Durch umsichtige und nachhaltige Waldwirtschaft findet sich heute auf dem Markt umweltfreundlich gewonnenes Holz. Unsere Hölzer stammen vor allem aus der Schweiz und Nachbarländern, exotische aus Afrika, Asien, Australien, Nord- und Südamerika. Weil einige tropische Bäume durch gedanken- und rücksichtslose Rodung gefährdet sind, kaufen wir diese Holzarten nicht mehr ein. Trotzdem finden Sie in unserem Sortiment noch immer 20 Hölzer.

Ihre Ohren, Ihr Geschmack

Sie beurteilen den Klang eines Musikinstrumentes. Das ist subjektiv - nicht jedem gefällt das Gleiche. Die Frage nach dem »attraktivsten und besten Holz« ist eine Sache der individuellen Klangvorstellung, dem Einsatzbereich und den Spielgewohnheiten.

Die Holzart beeinflusst Tonvolumen und Klangfarbe maßgebend. Seit Jahrzehnten testen wir die Schwingungseigenschaften von ganz unterschiedlichen Hölzern und sind immer wieder erstaunt, welche Unterschiede sich da offenbaren. Selbst innerhalb derselben Holzart können Instrumente (mit identischen Maßtoleranzen hergestellt!) unterschiedlich klingen – mal heller, mal dunkler, tiefer, höher, »trockener«, usw. – ein bemerkenswertes Klangspektrum.  


Grundkonzept und Bauart eines Instrumentes beeinflussen Charakter und Dynamik ebenso – ein weites Feld öffnet sich da dem Instrumentenbauer; verschiedene Block- und Windkanal-Konstruktionen, Art und Größe des Labiums und der Fasengeometrie, Aufschnitt und Windkanalstufe, unterschnittene Grifflöcher, vielfältige Mensuren ... Ihre einmalige Komposition macht jedes Instrument zu einem Kunstwerk.

Welches Holz für welches Spiel?

Die verschiedenen Holzarten unterscheiden sich in ihrer Dichte, Härte und Struktur sowie natürlich in Farbe und Maserung. Durch diese Komponenten ergeben sich von Holz zu Holz unterschiedliche Oberflächen. Weichere Holzarten, wie Birne, Kirsche, Olive, Pflaume, Redheart und Nussbaum wirken wärmer und eignen sich besser für das Ensemblespiel. Da ist das klangliche Verschmelzen der Einzelstimmen wichtig.


Für das solistische Spiel eignen sich Holzarten, die sich gegenüber anderen Instrumenten gut durchsetzen: Echter europäischer Buchsbaum, Bubinga, Grenadill, Palisander, Weißbuche, Veilchenholz und ähnliche. Sie sind härter, schwerer und stabiler – und sie lassen das Instrument tonreicher, heller und solistischer klingen. Als Grundregel gilt: Instrumente aus schwereren Hölzern klingen härter, grundtöniger und obertonreicher; der dadurch brillantere Klang ist manchmal weniger flexibel. Leichtere Hölzer geben einen weichen Klang und sind oft modulationsfähiger.


Gebeizte und lackierte Flöten in unserem Sortiment?

Trotzdem wir nur ein Instrumentenbau-Atelier sind, bieten wir eine beachtliche Auswahl verschiedenster Holzsorten an; alles Farbtöne und -nuancen von Mutter Natur. Der Umwelt zuliebe verzichten wir bereits seit den frühen Achtzigerjahren auf den Einsatz fragwürdiger Chemikalien wie sie in Beizen und jegliche Lackarten vorkommen. Naturbelassene Hölzer – frei von Gift, Reiz- und Schadstoffen – entsprechen am ehesten »der Natur des Menschen« und garantieren ein gesundes, unbelastetes Spielerlebnis.

Alle unsere Flöten werden nicht lackiert, farblich nicht verändert und ausschließlich mit Naturöl behandelt. Es stimmt, dass geölte Oberflächen durch intensiven Gebrauch (Handschweiß und Speichel) etwas mehr Pflege benötigen. Doch sind wir seit Jahrzehnten überzeugt, diesen Kompromiss unseren Mitmenschen und der Umwelt schuldig zu sein. Denn damit schützen wir nicht nur unsere Arbeiter im Betrieb vor schädlichen Chemikalien, sondern auch die SpielerInnen, die ja in intensiven Lippen- und Speichelkontakt mit so behandelten Instrumenten kommen. Und weder bei der Produktion noch der Entsorgung gelangen durch unsere Flöten problematische Substanzen in die Umwelt.


Weshalb werden Blockflöten überhaupt gebeizt?

Neben der Produktion von Instrumenten in Modefarben lässt sich mit diesem Verfahren günstiges Holz (z.B. Ahorn, indischer / südamerikanischer Buchsbaum) in optisch dunkel anmutendes Edelholz »verwandeln« (Labium und Grifflöcher bleiben dabei stets hell). Außerdem können verschiedenfarbige Holzteile, die nicht von derselben Kantel stammen, mit einer Chemikalienbehandlung einheitlich umgefärbt und damit teurer verkauft werden. Mit Beizen lassen sich also die natürlichen Farbtöne des Holzes überdecken. Da so behandelte Oberflächen empfindlicher sind, muss das Instrument allerdings mit einem UV-Schutzlack überzogen werden.


Bieten gebeizte Blockflöten Vorteile?

Keine – außer einer gleichmäßigen Optik. Aber sie haben Nachteile. Bereits leichte Kratzer treten bei dunkel gefärbten Oberflächen als helle Spuren in Erscheinung. Nicht selten blättert mit der Zeit auch der Lack ab oder wird spröde.

 

 

Unsere Flöten aus europäischem Holz

Für unsere Musikinstrumente verarbeiten wir ausschließlich erstklassiges Birnbaum-, Buchen-, Eiben-, Eichen-, Kirsch-, Pflaumen- und Walnussholz aus nachhaltiger Schweizer Forstwirtschaft. Einen Teil des Birnbaumholzes beziehen wir aus Österreich, und den europäischen Buchsbaum aus Frankreich. Unsere Lieferanten sind Sägewerke, mit denen wir bereits lange zusammenarbeiten und eine gute Vertrauensbasis aufbauen durften. So sollten Wälder und Bäume auch für künftige Generationen erhalten bleiben.

Alle Oberflächen unserer Flöten werden mit duftenden Ölen veredelt; Öle auf Basis natürlicher Rohstoffe, wie Lein- und Zitrusöl. Sie verleihen dem Holz einen leichten Glanz, betonen die Struktur und schützen die Oberfläche vor Feuchtigkeit, ohne die Poren zu versiegeln.


Wie stehen wir als Hersteller zu Tropenhölzer?

Unsere verwendeten Tropenhölzer wurden über Jahrzehnte gelagert und stammen mehrheitlich aus alten Beständen. Die allermeisten Hölzer kauften wir in den siebziger und achtziger Jahren zu seriösen Bedingungen ein. Die damalige Holzfirma, von der wir die Kanteln bezogen, engagierte sich vorbildlich in Afrika und Südamerika um Aufforstungsbemühungen – zusammen mit europäischen Förstern direkt vor Ort. Deshalb können wir vollumfänglich hinter unseren Produkten stehen. 

Dass die allermeisten BesitzerInnen einer Tropenholz-Blockflöte ihr Instrument über Jahrzehnte hinweg schätzen, hilft uns, die Sache etwas entspannter zu betrachten. Ebenso, dass der Verbrauch an Tropenhölzern für Musikinstrumente weniger als 1% des gesamten Weltverbrauchs ausmacht.

Immer wieder wurden wir in den vergangenen Jahren von Holzhändlern direkt kontaktiert, um Direktimporte aus Afrika, Asien und Südamerika zu tätigen. Wir haben diese Angebote stets abgelehnt, weil sie uns zu unseriös erschienen. Wir brauchen vorerst unsere alten Lagerbestände auf und werden erst wieder Tropenhölzer importieren, wenn verlässliche Nachhaltigkeitskonditionen seitens der Exportländer und deren Produzenten bestehen.

Hölzer & Materialien

Anbei erhalten Sie umfangreiche Informationen über unsere verwendeten Holzarten – teilweise exklusiv und einmalig im Flötenbau.
 

Ahorn

Ahorn – Acer spp.

Herkunft: Europa

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.50 - 0.60


Eigenschaften: Der Ahornbaum wird bis zu 30 Meter hoch und 400 Jahre alt. Der Stammdurchmesser kann bis 60 Zentimeter betragen. Sein Holz ist ziemlich hell (weißgelb) und besitzt eine gleichmäßige Struktur. Es ist vergleichsweise hart und lässt sich gut bearbeiten.

Flötenbau: Viele Blockflöten wurden und werden aus Ahornholz hergestellt. Materialmäßig eignet es sich gut, aber wir verwenden dieses Holz trotzdem nicht, weil seine Oberfläche durch den Gebrauch schnell verschmutzt und dann unschön wirkt. Selbst eine dicke Lackschicht – wie früher häufig aufgetragen – verhindert das nur für eine gewisse Zeit.

Klangfarbe: Warm, weich und chorisch – geeignet für das Spiel in der Gruppe.

Riegelahorn

Riegelahorn (auch: Wimmerahorn) – meist Acer pseudoplatanus


Der Bergahorn unterscheidet sich bezüglich der Holzqualität nicht groß von anderen Ahornarten, kann aber optisch eine markante Besonderheit aufweisen – eben den „Riegelwuchs“. Diese Baumart kommt in ganz Nord-, Mittel- und Osteuropa vor. Besonders geschätzte Wuchsgebiete sind Schottland und Bosnien. 


Die meisten Bergahorne liefern ein normales Holzmuster, nur einzelne weisen den Riegel- oder Wimmerwuchs auf. Deshalb sind sie besonders begehrt. Sie werden zu unterschiedlichsten Drechselwaren und Messergriffen verarbeitet, zu Furnier geschnitten, als Parkett verwendet und speziell der Geigenbauer schätzt sein geriegeltes Holz, um mit seiner dekorativen Optik den Violinenboden aufzuwerten.


Die üblicherweise im wachsenden Baum gerade verlaufenden Fasern sind in sich gewellt. Die Säge schneidet sie beim Auftrennen des Stammes an. Nun wird das Licht auf den wechselnden Stellen unterschiedlich reflektiert und zeigt das optische Phänomen von helleren und dunkleren Streifen. Kippt man so ein Brett, scheinen sich darauf sogar „Flammen“ zu bewegen – daher redet man auch von „geflammtem Ahorn“.


Warum einzelne Bäume diesen Wimmerwuchs ausbilden, ist – soweit wir wissen – wissenschaftlich nicht ganz geklärt. Man vermutet genetische Veranlagungen; aber auch stärkere Druck- und Zugbelastungen in Krümmungen, die das wachsende Holz stauchen, könnten dafür verantwortlich sein. Die Eigenschaften von gewimmertem Holz sind identisch mit normal gewachsenem. Es lässt sich lediglich zum Teil weniger gut bearbeiten (vor allem hobeln).


Gewöhnlich werden nicht extra Blockflöten aus Riegelahorn hergestellt, aber es kommt immer wieder vor, dass in einer Holzlieferung einzelne Kanteln dieses Muster aufweisen. Wenngleich Riegelahorn das teuerste aller einheimischen Hölzer ist, werden diese zufällig so entstandenen Instrumente zum gleichen Preis wie normale Ahornblockflöten verkauft und wohl nur wenige SpielerInnen wissen um die große Besonderheit ihres Instrumentes. Selten findet sich Wimmerwuchs auch bei anderen Hölzern; unter anderem bei Obstbaumarten, Walnussbaum, usw.

Adina

Adina (Asiatisches Gelbholz) – Adina cordifolia

Herkunft: Asien (Indien, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam)

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.50 - 0.60

Eigenschaften: Seine Farbe ist gelborange bis graubraun. Struktur: weich und feinporig. Geringe Dichte – und damit auch geringes Gewicht! Der Baum kann bis 20 Meter hoch und einen Durchmesser von 1.50 Meter erreichen.

Flötenbau: Adina ist ein eher neueres Blockflötenbauholz, aber es bewährt sich gut.


Klangfarbe: Trotz geringem Gewicht erstaunlich guter Klang; weich, und dennoch oft lauter als Birne.

Amarant

Amarant – Peltogyne venosa

Herkunft: Suriname

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.00


Eigenschaften: Das Holz ist sehr dicht und hart und weist eine prächtige, purpurrote bis violette Farbe auf, die später zu einem violettbraun nachdunkelt. Der Baum kann bis 50 Meter hoch werden und Durchmesser bis 1.20 Meter erreichen.


Flötenbau: Amarant eignet sich für den Blockflötenbau nur bedingt, ist mit seiner außergewöhnlichen Färbung aber ein Blickfang.


Klangfarbe: warm, gehaltvoll, klar und relativ kräftig.

Birne

Birne – Pirus communis

Herkunft: Europa

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.65 - 0.75


Eigenschaften: Dieser einheimische Obstbaum kann eine Höhe von 15 Metern erreichen, einen Durchmesser bis 90 Zentimeter und ein Alter von 200 Jahren. Sein Holz ist rötlichbraun, mäßig hart, feinporig, weist dann und wann Wimmerwuchs auf und lässt sich gut bearbeiten.


Flötenbau: Birnbaum gehört zu den am häufigsten verwendeten Hölzern im Blockflötenbau. Es ist nicht übermäßig teuer und eignet sich auch für Anfänger. 


Klangfarbe: Warm, weich und chorisch – geeignet für das Spiel in der Gruppe.

Bocote

Bocote – Cordia spp.

Herkunft: Mittel- und Südamerika

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.05


Eigenschaften: Schweres und dichtes Holz mit außergewöhnlich schöner Maserung von dunkelbraunen Adern auf goldgelbem bis kaffeebraunem Grund. Sehr gut dreh- und polierbar. Der Baum wird bis 30 Meter hoch und kann einen Durchmesser von 1.50 Meter erreichen.


Flötenbau: Es eignet sich gut für den Blockflötenbau und ist nicht zuletzt dank seiner auffallenden Maserung eine Attraktion.


Klangfarbe: klar, brillant und kräftig.

Bubinga

Bubinga – Guibourtia spp.

Herkunft: Afrika (Kamerun, Gabun, Kongo) 

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.00


Eigenschaften: Dieser exotische Baum kann bis zu 50 Meter hoch werden und Durchmesser von 1.50 Metern erreichen. Das rötlichbraune Holz ist dicht, hart, schwer und sehr belastbar. Es besitzt teilweise eine seidenglänzende, schimmernde Oberfläche.


Flötenbau: Bubingaholz lässt sich relativ gut verarbeiten und wird beim Blockflötenbau gerne verwendet.


Klangfarbe: klar, weich und kräftig.

Buchsbaum, europäisch

Buchsbaum – Buxus sempervirens

Herkunft: Europa, speziell in den wärmeren Gebieten. Bei uns vor allem in Parkanlagen anzutreffen.

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.90 - 1.10


Eigenschaften: Der europäische Buchs gedeiht mehr strauchartig und gehört mit seiner selten erreichten maximalen Höhe von acht Metern zu den unscheinbaren Bäumen. Er wächst überaus langsam (in 100 Jahren wird ein Stamm nur etwa zehn Zentimeter dick), doch dabei entsteht ein außergewöhnlich dichtes, schweres, hellgelbes bis goldenes Holz mit hervorragenden Eigenschaften. Bei guten Verhältnissen kann der Baum bis zu 600 Jahre alt werden und im Idealfall sogar einen Stammdurchmesser von 90 Zentimetern erreichen!


Flötenbau: Europäischer Buchsbaum war das klassische Blockflötenholz der Vergangenheit und genießt bei Kennern auch heute noch höchste Wertschätzung.


Klangfarbe: kräftig, tragend und satt; besonders edel.

Das Holz des Buchsbaumes war den Blasinstrumentenbauern der Renaissance- und Barockzeit das wichtigste. Früher besiedelte der Buchsbaum ganz Europa, heute wächst er in größeren Stückzahlen nur noch in Süd, West- und Mitteleuropa. Bei uns findet er sich vor allem in Parkanlagen. Der Baum wächst extrem langsam (wir zählen bei unseren verwendeten Stämmen auf 11 Zentimeter Durchmesser rund 180 Jahrringe), bleibt niedrig (bis 5 Meter Höhe) und im Umfang begrenzt. Der europäische Buchsbaum gehört zu den dichtesten und feinsten Hölzern überhaupt. Es eignet sich hervorragend zur Herausarbeitung feinster Formen. In der Blockflöte wird sein sehr brillantes und gleichzeitig warmes Klangbild hoch geschätzt. Ja, hier ist sogar ein Phänomen zu beobachten: Sofern das Instrument mit Sorgfalt behandelt und gepflegt wird, kann sich sein Klang im Laufe der Jahre entwickeln und dabei immer reicher werden! Und nicht zuletzt schätzt der Kenner auch die feine, satinartige Oberfläche des Holzes. 

Unsere Instrumente werden mehrfach von Hand geölt und geschliffen. Gebeizte Oberflächen bieten wir bewusst nicht an; erstens möchten wir die Umwelt vor Giftstoffen verschonen, und zweitens sind wir der Meinung, dass natürliche Farb- und Strukturunterschiede bei diesem exquisiten Holz ersichtlich sein dürfen.

Allerdings: Uns Instrumentenbauer stellt das europäische Buchsbaumholz vor etliche Schwierigkeiten. Es ist außerordentlich zäh, die geringen Stammdurchmesser lassen kein rationelles Arbeiten zu und die vielen Äste bieten weitere Hindernisse. Nur selten gelingt es, ein Instrument aus einer einzigen Holzkantel zu fertigen. Dafür machen umgekehrt die kleinen Verwachsungen, Äste und farblichen Unterschiede das fertige Instrument einmalig.


Ein Nachteil des Holzes ist seine ausgeprägte Sensibilität gegen Feuchtigkeit. Der Windkanal kann sich mit der Zeit verändern oder sogar verziehen. Deshalb sollten die Instrumente behutsam eingesetzt und nicht mit langen Spielzeiten überbeansprucht werden. Doch auch hier hat die Medaille zwei Seiten: Diesen Nachteilen steht dafür der einzigartige, »goldene« Klang gegenüber! Deshalb mühen wir uns gerne weiter mit dem widerspenstigen Buchsbaum ab – um daraus den »Rolls Royce der Blockflöten« zu bauen. 


Castelo, Zapatero, Marakaibo- oder indischer, wie auch südamerikanischer »Buchsbaum« werden von manchen Instrumentenbauern als Alternative angeboten. Tatsächlich sehen sie dem europäischen Buchsbaum in ihrer feinen und gleichmäßigen Struktur ähnlich. Ihr Holz ist günstig in größeren Dimensionen erhältlich, deutlich einfacher zu verarbeiten, und muss nie so lange gelagert und getrocknet werden wie der echte Buchsbaum (um das Verziehen der Instrumente zu minimieren). Aber: Ihr Klang lässt sich leider in keiner Weise mit dem Original vergleichen! 



Ebenholz

Ebenholz – Diospyros ebenum

Herkunft: Afrika, Sri Lanka, Madagaskar, Indonesien

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 1.00 - 1.20


Eigenschaften: Die Familie der Ebenhölzer umfasst mehrere Arten aus verschiedenen Erdteilen. Sie gehören zu den besonders dichten und harten Hölzern. Das begehrte tiefschwarze Ceylon-Ebenholz ist heute auf dem Markt kaum mehr erhältlich. Der Baum wird bis maximal 15 Meter hoch und einen halben Meter dick. Makassar-Ebenholz (Diospyros celebica) aus Indonesien rechnet man zu den „farbigen“ Ebenhölzern, da sein Kernholz gelbliche bis braune Streifen aufweist. Auch diese Baumart wird nicht überaus mächtig: 15 bis 20 Meter hoch mit einem Stammdurchmesser von maximal 40cm.


Flötenbau: Ceylon-Ebenholz wird beim Instrumentenbau kaum mehr verwendet, da seine heute sehr reduzierten Bestände geschützt sind. Vereinzelt kann man noch alte Restposten dieser Hölzer aufkaufen. Als Ersatz dient heute hauptsächlich Grenadill, wenngleich es nicht ganz so schwarz ist. Makassar-Ebenholz ist derzeit noch erhältlich und liefert schöne Instrumente.


Klangfarbe: Kräftig, klar, strahlend und obertonreich; besonders für das solistische Spiel geeignet.

Eibe

Eibe – Taxus baccata

Herkunft: Europa

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.60 bis 0.70


Eigenschaften: Eiben wachsen äußerst langsam; pro Jahr nur ca. 1 bis 3 Zentimeter. Sie werden dafür über 1’000 Jahre alt und können Höhen von bis zu 20 Metern und Stammdurchmesser bis 1 Meter erreichen. Das Holz ist außergewöhnlich zäh, dicht, biegsam und auch bei Feuchtigkeit dauerhaft. Es lässt sich gut bearbeiten. Meist ist es rötlichbraun mit gelblichem Splint und feinjährig. Es wird zu Furnier verarbeitet, Drechselwaren, Möbel und Innenausbau, Zaunpfähle und im Instrumentenbau. 


Flötenbau: Früher wurden auch Blockflöten aus Eibenholz hergestellt; das Holz hat sich dabei durch seine guten Verarbeitungseigenschaften sehr bewährt. Es neigt kaum zu Rissbildung oder Schimmelbefall. Zwar ist es an sich giftig; der Wirkstoff „Taxin B“ findet sich in den Blättern, Samen und eben auch im Holz. Deshalb sind bei der Verarbeitung Vorsichtsmassnahmen notwendig. Doch von den fertigen Instrumenten geht keine Gefahr aus. Da man über Jahrhunderte Raubbau an den ursprünglich großen Eibenbeständen betrieb, wurden sie sehr rar – deshalb stand dieses Holz auch kaum mehr für den Blockflötenbau zur Verfügung.


Klangfarbe: Warm, weich und klar.

Elfenbein

Elfenbein 

Herkunft: Afrika, Indien

Eigenschaften: sehr dicht, kompakt, gut zu verarbeiten. 


Flötenbau: Früher gab es Blockflöten aus den Stosszähnen von Elefanten. Sie wurden häufig mit silbernen oder goldenen Klappen versehen und in reich verzierten Etuis aufgehoben. Heute gibt es keine Elfenbeinflöten mehr zu kaufen, da die Elefanten (und verwandte Tiere, die Elfenbein liefern) zu Recht unter Artenschutz stehen. Seit einiger Zeit ist allerdings Mammutelfenbein aus Russland auf dem Markt. Manchmal weist es starke Risse auf, doch zum Teil ließen sich aus diesen uralten, fossilen Zähnen durchaus Blockflöten herstellen. Indes ist das Rohmaterial sehr teuer. Nach unserem Wissensstand hat das noch kein Blockflötenbauer versucht.


Klangfarbe: kräftig, klar.



Grenadill

Grenadill – Dalbergia melanoxylon

Herkunft: Afrika (Steppengebiete)

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 1.15 - 1.25


Eigenschaften: Dieses annähernd schwarze Holz ist sehr hart und dicht. Der Baum wird mittelgroß und bis er geerntet werden kann, dauert es 70 bis 100 Jahre. Dieses Holz wurde schon in vergangenen Zeiten sehr geschätzt: Wissenschaftler konnten das dunkle Holz von Möbelstücken in altägyptischen Gräbern als Grenadill identifizieren.


Flötenbau: Grenadill eignet sich hervorragend zum Bau von Solo- und Konzertinstrumenten. Nicht zuletzt sind Blockflöten aus diesem Holz sehr beständig.


Klangfarbe: klar, brillant, elegant und tragfähig; besonders für das solistische Spiel geeignet.

Kirsche

Kirsche – Prunus avium

Herkunft: Europa 

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.50 - 0.70


Eigenschaften: Das Holz freistehender Kirschbäume besitzt meist einen warmen rotbraunen Ton mit leichter Streifung. Stämme, die im Wald aufwuchsen, weisen hingegen einen eher gelblichgrünen Holzfarbton auf. Der Baum kann 20 Meter hoch werden und der Stammdurchmesser bis 60 Zentimeter aufweisen. Er erreicht ein maximales Alter von 100 Jahren. Das mittelschwere und mittelharte Holz lässt sich einigermaßen gut bearbeiten.


Flötenbau: Blockflöten aus Kirschbaumholz zu bauen ist nicht ganz einfach, da es eine gewisse Faserigkeit aufweist, was einen deutlichen Mehraufwand bei der Intonation erfordert. Weil es aber ein einheimisches Edelholz ist und alle anderen Eigenschaften überzeugen, lohnt sich der Aufwand.


Klangfarbe: leicht und elegant.

Kunststoff

Herkunft: Ein Erdölprodukt

Eigenschaften: Kunststoffe sind äußerst günstig und sehr einfach zu verarbeiten. Statt Instrumente mühsam zu bohren, drehen, fräsen und schleifen, lassen sie sich im Spritzgussverfahren mit großer Perfektion formen. 


Flötenbau: Die Entwicklung von Kunststoffblockflöten erschien zu Beginn wie ein großer Coup, da die Instrumente plötzlich überaus günstig, einfach und schnell produziert werden konnten. Außerdem hatten sie besondere Eigenschaften: Gegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen völlig unempfindlich und selbst gegen Schläge recht robust. Man dachte, dass sie zumindest die günstigeren Holzflöten rasch verdrängen würden (ähnlich wie Kunststoffbehälter die Holzkisten ablösten). Doch rasch erkannte man, dass dieses Material neben klaren Vorteilen auch deutliche Nachteile mit sich bringt. Zu den größten gehört, dass der Windkanal keine ausgleichende Wirkung auf die Atemfeuchtigkeit hat – das heißt, dass die Flöte rasch „heiser“ wird. Viele Blockflötenspieler empfanden auch das Material als unangenehm, leblos und „billig“. Deshalb begrenzte sich die Verwendung von Kunststoffblockflöten fast ausschließlich auf kleinere Kinder, die mit einem besseren Instrument noch nicht umgehen können.


Klangfarbe: Sorgfältig hergestellte Kunststoffinstrumente können durchaus einen klaren, eher solistischen Klang aufweisen.



Mooreiche

Mooreiche – Quercus spp.

Herkunft: Europa, Russland

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.50 - 0.60


Eigenschaften: Dieses Holz stammt nicht von einer speziellen Eichenart – vielmehr ist es gewöhnliches Eichenholz, das nach dem Absterben des Baumes in einem Moor versank und dadurch über Jahrtausende konserviert wurde. Beim Abbau von Torf finden sich immer wieder mal solche Stämme, die gewöhnlich für die Wissenschaft von Interesse sind. Sie lassen sich mit der Radiokarbonmethode datieren und ihr Alter verrät etwas über die Vergangenheit des Fundortes. Hin und wieder werden größere – häufig dunkelbraun bis anthrazitfarbige – Stämme auch zu Furnier geschnitten und im Möbelbau verwendet. Das Holz ist meist etwas weicher und weniger dicht als neues Eichenholz, kann aber – je nach Zusammensetzung des Moores – auch deutlich härter und schwerer sein.


Flötenbau: Eiche ist an sich kein Blockflötenbauholz, da es recht große Poren aufweist. Dank der Paraffinbehandlung kann man aber trotzdem Instrumente damit bauen, die wider Erwarten sogar erstaunlich gut klingen und bei Liebhabern ein besonderes Echo finden. Da das Holz eher selten ist, kann es nicht überall einfach gekauft werden und ist entsprechend teuer. Die Verarbeitung muss sorgfältiger geschehen und der Ausschuss bei der Produktion ist groß – das schlägt sich in einem deutlich höheren Preis nieder. Die fertigen Instrumente müssen auch sorgfältiger behandelt werden, da das Holz – durch die lange Lagerung im Moor – auf Feuchtigkeit deutlich empfindlicher ist. Aber das Echo der Spieler lohnt den Aufwand. Denn wer sonst kann schon auf Instrumenten spielen, deren Holz zum Beispiel zur Zeit der alten Ägypter oder Pfahlbauer wuchs? Manche sagen, diese Verbindung zur Vergangenheit mache den Klang so außergewöhnlich. 


Ausführliche Informationen über das einzigartige Projekt finden Sie unter: Mooreichenholz >


Klangfarbe: geschmeidig und zierlich.

Nussbaum

Nussbaum – Juglans regia

Herkunft: Europa

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.65 - 0.75


Eigenschaften: Wohl jedermann kennt die gesunden und wohlschmeckenden Walnüsse. Und den meisten ist auch der mächtige und schöne Baum bekannt, der bis zu 30 Meter hoch werden und ein Alter von 150 Jahren erreichen kann. Der Stamm wird bis zu 1.50 Meter dick. Das schön gezeichnete, einheimische Edelholz findet unter anderem als Furnier und massiv im Möbelbau Verwendung.


Flötenbau: Da das Holz ähnliche Eigenschaften aufweist wie der Birnbaum, eignet es sich ebenfalls für den Blockflötenbau.

Klangfarbe: warm und gehaltvoll.

Olivenholz

Olivenholz – Olea europaea

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 0.90

Herkunft: Mittelmeergebiete, Ostafrika


Eigenschaften: Dieser Baum ist eher langsamwüchsig. Er wird höchstens 15 Meter hoch, kann aber Stammdurchmesser bis gut zwei Meter erreichen. Die ältesten lebenden Exemplare schätzt man auf über 4’000 Jahre! Das Holz ist – dank langsamem Wuchs – schwer und dicht und lässt sich gut drehen und polieren. Aus dem schön gemaserten, gelbbraunen Holz fertigt man kleinere Möbelstücke, Küchengeräte und Gebrauchsgegenstände.


Flötenbau: Olivenholz eignet sich gut für den Instrumentenbau und wurde auch in der Vergangenheit (wo es erhältlich war) für die Herstellung von Blockflöten verwendet.

Klangfarbe: rund, warm, füllig und weich. Olivenblockflöten vermischen sich klanglich sehr gut mit anderen Instrumenten.

Palisander

Palisander – Dalbergia spp.

Herkunft: Brasilien (Rio-Palisander, Dalbergia nigra), Indien (Ostindischer Palisander, Dalbergia latifolia), Mittelamerika (Honduras Palisander, Dalbergia stevensonii)

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.05


Eigenschaften: Palisanderbäume werden zwischen 20 und 25 Meter hoch und erreichen einen Durchmesser von 1 Meter (Ostindischer Palisander bis 1.50 Meter). Das Holz ist hart, dicht und schwer und seine Farbe schwankt je nach Art zwischen hellbraun und violettbraun. Zum Teil weist es eine attraktive Streifung auf.

Flötenbau: Wir verwenden drei Sorten von Palisanderhölzern: Amazonas-, Honduras- und Ostindischer Palisander. Diese Palisanderarten eignen sich sehr gut für den Bau von Blockflöten; sie überzeugen klanglich und optisch. Da der Rio-Palisanderbaum seit Jahren geschützt ist, können wir keine Instrumente mehr ins Ausland verkaufen – von diesem kostbaren Holz haben wir aus sehr alten Lagerbeständen (1970 und älter) noch einige Exemplare.


Klangfarbe: strahlend, voll und obertonreich.

Peroba Rosa

Peroba rosa – Aspidosperma polyneuron

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.00

Herkunft: Argentinien


Eigenschaften: Der Baum kann bis 35 Meter hoch und 1.50 Meter dick werden. Sein Holz ist mittelschwer und rötlichbraun, manchmal mit dunkleren Streifen durchsetzt. Es lässt sich gut bearbeiten, splittert aber leicht und stumpft die Werkzeuge stark ab. 


Flötenbau: Dank den guten Klangeigenschaften eignet sich dieses Holz auch für den Blockflötenbau.


Klangfarbe: klar zeichnend und voll.

Pflaume

Pflaume, Zwetschge – Prunus domestica

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.75 - 0.85

Herkunft: Europa


Eigenschaften: Pflaumen- und Zwetschgenbäume werden selten höher als 5 bis 7 Meter und die Stämme erreichen selten einen größeren Durchmesser als 30 Zentimeter. Dazu ist diese Gattung recht langsamwüchsig. Das wirkt sich auf Verfügbarkeit und Preis des Holzes stark aus. Nicht selten sind die älteren Bäume zudem innen morsch. Das mittelschwere, recht dichte Holz ist mit seinem rötlichen Braun sehr begehrt für Drechselwaren, Messergriffe und Einlegearbeiten. 


Flötenbau: Da Pflaumen-/Zwetschgenholz zu den wenigen dichteren europäischen Hölzern gehört, wurde es schon früh für den Blockflötenbau verwendet und gehört auch heute noch zu den einheimischen Favoriten.


Klangfarbe: warm und tragfähig. Obertonreich, passt sehr gut zu Singstimmen.

Redheart

Redheart – Erythroxylon spp.

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): Red Heart 0.60 - 0.70

Herkunft: Mexiko


Eigenschaften: Der Redheartbaum erreicht eine Höhe von bis zu 20 Metern und wird bis zu einem halben Meter dick. Sein eher leichtes und weiches Holz besitzt eine feinporige Struktur und besticht im frischen Zustand mit einem leuchtenden Wassermelonenrosa, das sich unter Lichteinfluss ziemlich bald in ein warmes Braun verfärbt.


Flötenbau: Dieses Holz eignet sich – trotz geringerer Dichte – relativ gut für den Blockflötenbau.


Klangfarbe: weich und chorisch – geeignet auch für das Spiel in der Gruppe.

Rosenholz

Rosenholz (Bahia) – Dalbergia decipularis

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.80 - 1.00

Herkunft: Östliches Südamerika


Eigenschaften: Dieses Holz hat nichts mit unseren Rosenbüschen zu tun; den Namen verdankt es dem rosenähnlichen Duft frisch aufgeschnittener Stämme und seiner intensiv rötlichen Farbe. Die Bäume werden kaum 9 Meter hoch und nur selten bis zu 30 Zentimeter dick. Das Holz ist sehr hart, dicht, schwer und auch spröde. Dennoch lässt es sich gut bearbeiten und wurde schon bald nach seiner Entdeckung für den Bau kostbarer Möbel verwendet. Es gehört zu den besonders teuren Hölzern – nicht zuletzt wegen seiner geringen Verfügbarkeit. 


Flötenbau: Rosenholz liefert dank seinem rötlich gestreiften Holz äußergewöhnlich schöne Instrumente. Es ist allerdings ratsam, sie nicht intensivem Sonnenlicht auszusetzen, da der Farbton sonst rasch ausbleicht.


Klangfarbe: kräftig und ausgewogen, weich und doch kernig.

Veilchenholz

Veilchenholz, australisches – Acacia homalophylla

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 1.05 - 1.15

Herkunft: Südaustralien (Victoria und Queensland). In den Vereinigten Staaten von Amerika wird diese Gattung auch kultiviert.


Eigenschaften: Der Baum, der höchstens 10 Meter hoch wird, liefert ein sehr hartes, dekoratives, wechselwüchsiges, schweres und dichtes Holz. Es lässt sich sehr gut bearbeiten und riecht dabei ein wenig nach Veilchen. Es wird gerne für Drechselwaren, Intarsien, Messergriffe und Tabakpfeifen verwendet.


Flötenbau: Ein gut geeignetes und gleichzeitig schönes Holz für den Flötenbau.


Klangfarbe: ausgewogen, strahlend und obertonreich, klar, kräftig.

Weißbuche

Weißbuche (auch Hainbuche) – Carpinus betulus

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.75 - 0.95

Herkunft: Europa


Eigenschaften: Der Baum wird bis 25 Meter hoch, kann Stammdurchmesser bis zu einem Meter erreichen und sein Höchstalter beträgt rund 200 Jahre. Sein Holz ist äußerst hart, zäh, schwer und dicht, weist einen beige-weißen Farbton auf und lässt sich gut bearbeiten. Es wurde früher zur Herstellung von Zahnrädern sehr geschätzt, für Schuhleisten, Webstühle, landwirtschaftliche Geräten, usw. Heute findet es noch Verwendung als Parkett, für Hackblöcke und im Klavierbau für die Hämmer.


Flötenbau: Trotz seiner Dichte wurde Weißbuche früher nur selten zur Herstellung von Blockflöten verwendet. Es eignet sich jedoch gut dafür. 


Klangfarbe: klar zeichnend und voll.

Zapatero

Zapatero – Gossypiospermum praecox

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0,75 - 0,85

Herkunft: Kuba, Dominikanische Republik, Kolumbien, Venezuela


Eigenschaften: Der Baum ist mit 10 Metern Höhe und Stammdurchmessern von 30 Zentimeter eher kleinwüchsig. Das schwere und dichte Holz ist rahmweiß bis zitronengelb, weist eine feine Textur auf und wird für den Bau von Webschiffchen, Griffen, Messinstrumenten, Gravurblöcken, Pfeifenköpfen und ähnlichem eingesetzt.


Flötenbau: Zapatero wird gerne an Stelle von Buchsbaum verwendet, da es farblich ähnlich, gleichzeitig aber günstiger, problemlos erhältlich und leichter zu verarbeiten ist. Leider ersetzen diese Instrumente klanglich jedoch nicht die echten Buchsbaumblockflöten.


Klangfarbe: warm und tragfähig.

Zebrano

Zebrano – Microberlinia spp.

Raumgewicht (lufttrocken in Gramm / cm³): 0.75 - 0.85

Herkunft: Westafrika (vor allem Gabun und Kamerun), Asien


Eigenschaften: Die zebraähnliche Streifung ist das charakteristische Erkennungszeichen. Die Holzfarbe ist gelblich mit wellenförmigen, ungleich breiten, tiefbraunen Adern. Das Holz ist ziemlich hart, dicht und spröde und muss langsam getrocknet werden. Es wird unter anderem für die Bildhauerei verwendet, den Innenausbau, Parkett, Sportgeräte und Griffe. Der Zebranobaum kann bis zu 40 Metern Höhe und einen Stammdurchmesser von einem Meter erreichen.


Flötenbau: Eignet sich gut für den Bau von Blockflöten und liefert mit seiner besonderen Struktur sehr attraktive Instrumente.


Klangfarbe: deutlich zeichnend und voll.

FSC Zertifizierung

Das Ziel von FSC (Forest Stewardship Council) ist die Gewährleistung einer nachhaltigen Forstwirtschaft mit weltweit einheitlichen Regeln zur Waldbewirtschaftung. Während FSC Holzprodukte und Betriebe kennzeichnet, widmet sich PEFC (Program for the Endorsement of Forest Certification Schemes) der Zertifizierung von nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Wir sind uns aber bewusst, dass bei beiden Standards auch Fragezeichen bestehen.


Umweltorganisationen wie Greenpeace, Robin WoodRettet den Regenwald und andere bemängeln, dass das FSC-Siegel zu leichtfertig vergeben werde und deshalb Nachhaltigkeit sowie Ökologie zum Teil nur vortäusche. Zudem würden lange Transportwege sowie die in der Holzwirtschaft vieler Tropenländer herrschende Korruption und menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse ausgeblendet. (Die FSC-Lüge?) Es bestehen aber Bemühungen, solche Missstände zu verbessern. 


CITES - Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora

Um die in ihrer Existenz bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu schützen und eine nachhaltige Nutzung der Bestände zu garantieren, wurde 1973 in Washington das »Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen«, kurz CITES, ins Leben gerufen. Die Schweiz gehörte mit zu den Erstunterzeichnenden dieses Vertrags. Durch CITES sind mittlerweile mehr als 30'000 Tier- und Pflanzenarten geschützt.

 

Die bekannteste Reglementierung im Instrumentenbau ist das Handelsverbot mit Rio-Palisander, das seit 1992 unter strengstem Artenschutz steht. Dieses darf nur noch unter ganz bestimmten Bedingungen gehandelt werden und fällt unter CITES Anhang I. 

 

Im Oktober 2016 wurde beschlossen, alle Bubinga-, Palisander und Rosenholz-Arten in den CITES Anhang II aufzunehmen. Im Gegensatz zu Rio-Palisander sind diese Holzarten nicht akut von der Ausrottung bedroht, jedoch ist die Einstufung als Reaktion auf jahrelangen Raubbau und illegalen Handel zu verstehen. Leider verhalten sich etliche Länder, was das Thema Umgang mit Ressourcen angeht, nach wie vor unvernünftig. Sie finden stets neue Wege, geltende Restriktionen zu umgehen und roden weiterhin quadratkilometerweise Wälder in Afrika, Asien und Südamerika.


EXPORT VERKAUF - Musikinstrumente aus Tropenholz (auch mit Elfenbeinverzierung)

Das oben beschriebene CITES Artenschutz-Abkommen bedeutet, dass seit Januar 2017 der Handel und der Verkauf von Bubinga-, Grenadill-, Palisander- und Rosenholz-Sorten zwar weiterhin gestattet ist, sie unterliegen jedoch einer Bewilligung (gilt ebenfalls für Elfenbein, usw.). Seit Januar 2017 benötigt ein ordnungsgemäßer Import und Export der betroffenen Holzsorten eine Ein- bzw. Ausfuhrbewilligung. Der administrative Kostenaufwand für eine einzige Flöte wird dadurch so hoch, dass sich der Verkauf ins Ausland momentan nicht lohnt.

Als Instrumentenbauer wird uns mit dem erweiterten Artenschutz ein beträchtliches Handicap auferlegt, das uns auch finanziell massiv betrifft. Trotzdem begrüßen wir das CITES-Abkommen. Seit den Siebziger Jahren bemühen wir uns, nur Holz einzukaufen das im Ursprungsland schonend geerntet und gesägt wurde und wo garantiert wieder aufgeforstet wird. Leider wurden wir diesbezüglich ab der Jahrtausendwende von einer deutschen Holzhandelsfirma getäuscht und verloren am Ende viel Geld. Das korrupte Verhalten hat uns sehr enttäuscht; es löste einen Vertrauensbruch aus, sodass wir seit 2010 keine tropischen Hölzer mehr einkauften.

FSC überzeugt uns momentan nur bedingt
 – da bestehen etliche Fragezeichen. Wir schließen uns dem WWF (und anderen Umweltorganisationen wie Greenpeace, Robin Wood, Rettet den Regenwald) an, den Raubbau mit gefährdeten Tropenhölzern zu unterbinden, bis weltweit ein Umdenken stattfindet und Aufforstungen zum Standard gehören.


Besitz, Kauf und Verkauf einer Edelholzflöte in der Schweiz

Das Besitzen, Kaufen und Verkaufen von Flöten aus exotischen Hölzern bietet innerhalb der Schweiz keine Probleme. Man darf auch in Zukunft an diesen Instrumenten Freude haben und darauf ohne Sorgen musizieren. Das Einzige was wir Ihnen empfehlen: Nehmen Sie Ihre geschätzte Flöte nicht auf Reisen außerhalb der Schweiz mit! Helfen Sie sich vor Ort mit einer Leih-Flöte aus, oder nehmen Sie ein Instrument aus einheimischem Holz mit. Falls Sie ein Instrument aus einer Holzsorte, die dem Artenschutz unterliegt, ins Ausland verkaufen wollen, müssen Sie eine Ausfuhrbewilligung beim Bundesamt für Veterinärwesen (BLV) beantragen.


Internationale Reise mit einem Musikinstrument aus Tropenholz

So sinnvoll der CITES Artenschutz ist: Niemand dachte bei der Einführung an reisende MusikerInnen, die deshalb in größte Schwierigkeiten kommen können. Der Zoll darf betroffene Instrumente einziehen und es kann böse Konsequenzen haben. Wir empfehlen deshalb, keine Holzinstrumente auf Reisen mitzunehmen, die dem Artenschutz unterliegen! Das betrifft Bubinga-, Grenadill-, Palisander- und Rosenholz-Flöten aus unserer Produktion, die alle durch das CITES Übereinkommen geschützt sind. Ebenso wie für den Verkauf braucht es auch für eine Reise ins Ausland eine Bewilligung des Bundesamtes für Veterinärwesen (BLV). 


Um grenzüberschreitende Reisen trotzdem zu ermöglichen, wurde von CITES der Musikinstrumentenpass (Musical instrument certificate) geschaffen. Dieser Ausweis ist persönlich und kostet CHF 50.– (Gültigkeitsdauer drei Jahre). Die Schweizer CITES-Behörde weist allerdings darauf hin: Es besteht keine Garantie, dass der Instrumentenpass in allen Ländern akzeptiert wird. Zudem müssen die für den Erwerb nötigen Nachweise für Material und Provenienz vollumfänglich vom Besitzer des Instruments erbracht werden (was entsprechend kompliziert, zeit- und kostenaufwändig ist). Zudem ist für Reisen in die USA der Pass nicht ausreichend, deshalb gilt auch hier: Keine Holzflöte aus gefährdeten Arten mitnehmen!  

Besondere Holzsorten

Wir bieten immer wieder Blockflöten aus Hölzern an, die gewöhnlich nicht für den Bau dieser Instrumente verwendet werden. Den Anfang bildeten die Mooreichenflöten in der Isis-Form. Dann kamen Kunden mit einem Holzstück zu uns – manchmal stammte es aus ihrem Garten – und wollten davon eine Blockflöte machen lassen. 

Experimentierfreudig und offen haben wir diese Wünsche erfüllt und waren häufig vom Resultat überrascht. Dennoch: Wir können auf diese Flöten keine Garantie abgeben. Es fehlt die Langzeit-Erfahrung, die man mit Birnbaum, Buchsbaum, Kirsche, Grenadill, usw. hat. Diese Instrumente sind vorerst mehr für Liebhaber und Sammler gedacht, nicht für den täglichen Gebrauch. Beachten Sie also bitte diesen Hinweis, sollten Sie an einer solchen Blockflöte Interesse haben.

Kann ich selbst ein Stück Holz einsenden, um davon eine Blockflöte bauen zu lassen?

Ja, das ist möglich. Vielleicht haben Sie einen Lieblingsbaum in Ihrem Garten, der gefällt werden musste (oder von dem ein großer Ast abbrach). Selbst Holz aus einem alten Möbelstück lässt sich verwenden, wenn es nicht verwurmt ist. Zu einem solchen Instrument hat man natürlich einen anderen Bezug, als zu einem gekauften. Wir können keine Garantie geben, ob es gelingen wird, aber wir versuchen es gerne. Hier einige wichtige Hinweise dazu:

Das Holz sollte im Idealfall einigermaßen trocken sein. Achten Sie darauf, dass das Mark des Stammes / Astes nicht im Holzstück ist, das Sie auswählen (also zum Beispiel die Hälfe oder ein Viertel eines größeren Astes). Falls das Holz frisch gefällt wurde, trennen Sie es rasch auf, damit keine großen Risse entstehen. Idealerweise bestreichen Sie danach die zwei Enden mit weißem Bastelleim, damit es möglichst rissfrei trocknen kann und lassen es zu Beginn in einem eher feuchten Raum (z.B. Keller) antrocknen. Legen Sie es auf keinen Fall auf einen Heizkörper: Das führt unweigerlich zu Rissen. Falls Sie nicht dazu eingerichtet sind, das Holzstück aufzusägen: Sicherlich wird das auch ein Schreiner in Ihrer Nähe für Sie machen.  Und selbstverständlich ist es möglich, das Holzstück zu uns zu senden (oder bringen), damit wir es auftrennen und trocknen. Das Holzstück sollte gerade gewachsen sein und keine (oder nur kleine) eingewachsene Äste aufweisen.

Ob sich ein Holzstück wirklich verwenden lässt, können wir definitiv erst beurteilen, wenn wir es sehen. Die minimalen Kantel-Maße, die wir für die Produktion benötigen (sie dürfen natürlich auch etwas größer sein):

Sopranino: 260 x 30 x 30 mm
Sopran: 400 x 40 x 40 mm
Alt: 580 x 50 x 50 mm
Tenor: 750 x 60 x 60 mm
Bass: 1250 x 80 x 80 mm


Folgende Hölzer eignen sich sehr gut:

Ahorn, Birnbaum, Buche, Buchs, Kirsche, Nussbaum, Olive, Weißbuche, Zwetschge (Pflaume).


Diese Hölzer eignen sich mäßig bis gut:

(Damit haben wir schon Instrumente gebaut, aber es besteht keine Langzeit-Erfahrung – beachten Sie bitte diesbezüglich die Hinweise zu den Sonderinstrumenten.) Apfelbaum, Arve, Birke, Eberesche, Edelkastanie, Eibe, Eiche, Essigbaum, Flieder, Ginko, Goldregen, Götterbaum, Gleditsia, Haselnuss, Holunder, Japanische Zierkirsche, Kirschlorbeer, Kornelkirsche, Mammutbaum (resp. Redwood), Mandelbaum, Platane, Quitte, Robinie, Rosskastanie, Stechpalme, feinjähriges Thujaholz, Thuja Maser, Tulpenbaum, Wacholder, Weißdorn.


Diese Holzarten sind ungeeignet:

(Auf Wunsch versuchen wir es aber, wenn es sich mehr um ein Erinnerungs- oder Ausstellungsstück handeln soll und nicht Wert auf Spielbarkeit gelegt wird.) Erle, Esche, Fichte, Kiefer, Lärche, Linde, Pappel, Ulme, Weide, Weißtanne.


Was kostet das?

Weil solche Einzelstücke nicht serienmäßig hergestellt werden können, müssen Sie mit dem Preis eines entsprechenden Oliven-Instrumentes rechnen. Wenn wir zudem das von Ihnen gelieferte Holz auftrennen und trocknen, kommen weitere CHF 100.– hinzu.

Wir bauen auf Wunsch Instrumente aus allen möglichen Holzarten. Bei den meisten davon bestehen jedoch keine Langzeiterfahrungen, wie sich das Holz im Spiel-Alltag bewährt. Bei sorgfältiger Pflege kann davon ausgegangen werden, dass auch diese Blockflöten lange spielbar bleiben. Aber wir können keine Garantien auf Instrumente aus Holzarten geben, die nicht in unserem Standardprogramm aufgeführt sind.


Mooreichen-Blockflöten

1985 hoben Naturschützer in der Nähe von Wetzikon (Kanton Zürich) ein Biotop aus und stießen in zweieinhalb Metern Tiefe auf einen uralten Eichenstamm. Die Jahrringe verrieten: Vier Jahrhunderte hatte er gelebt, bevor er im Sumpf versank. Das 14C-Labor der Universität Zürich (UZ 956) datierte das Holz, und das Büro für Archäologie bestimmte mit den Jahrringbreiten die "Geburtstunde" des alten Baumes: 2907 v.Chr. — ein Zeitgenosse der Ägypter und Sumerer! In geduldiger Entwicklungsarbeit entstand aus dem anthrazitschwarzen, kostbaren Mooreichenholz eine kleine Serie einzigartiger Sopran- und Alt-Blockflöten. Ihre äußere Form verdanken sie ägyptischen Säulenmotiven. Auf Bestellung ziert eine geschnitzte Hieroglyphe das Instrument und verleiht der Flöte ihren individuellen Namen.

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